Eine neue Generation von Heimen für Ältere ist gefragt

Oktober 8th, 2017 | No Comments | Posted in Aus aller Welt, Featured Articles

Die Konferenz über Langzeitpflege sowie der Kongress für die europäische Vereinigung von  Direktor_innen und Anbieter_innen von Langzeitpflege für Ältere, der vom 27.-29. September 2017 in Polen stattfand, brachte ein klares Ergebnis:

In Zukunft wird eine neue Generation von Pflegeheimen gefragt sein, in denen die Bedürfnisse und Wünsche der Älteren voll respektiert werden.

Es geht darum, die Heime den Bedürfnissen der Älteren anzupassen und nicht umgekehrt, die Älteren so zu dressieren, dass sie zu den Leitlinien der Institutionen passen.

Jiří Horecký, President, betonte, die Größe einer Einrichtung mit ihren Wohneinheiten sei keine Garantie für die Qualität der Pflege, sondern es gehe darum, die Diversität der Älteren zu berücksichtigen. Einige schätzen  kleine Heime andere fühlen sich in der Anonymität von größeren Häusern wohler.

Romain Gizolme, von der französischen Vereinigung von Heimleiter_innen präsentierte das Projekt

Citoyennage,

das auf eine Entwicklung setzt, die Staatsbürger_innen und Alter miteinander verbindet.
Heutzutage geschieht es sehr häufig, dass Entscheidungen, die den Alltag betreffen« für » ältere Menschen  und nicht «  mit »ihnen getroffen werden. Es ist von großer Wichtigkeit, dass ältere Menschen, die zu Hause oder in einer Einrichtung leben von ihrem Recht als Staatsbürger¬in Gebrauch machen : sie selbst können, besser als alle anderen über das Alter, ihre Schwierigkeiten und ihre Wünsche sprechen. Was die professionellen Helfer_innen betrifft, so geht es darum, diese partizipative Entwicklung zu unterstützen. Begründung u.a.: Weil jeder Mensch sein Leben lang Staatsbürger _in bleibt und weil Alter und Behinderung kein Grund sein dürfen, seine Meinung nicht zu äußern, keinen freien Willen zu haben. Sich auszudrücken, sich zu informieren, sich auszutauschen und neue Erfahrungen zu machen gestatten es, die Lebensqualität im Alltag zu verbessern- unabhängig davon ob jemand zu Hause oder in einem Heim lebt. Das franz. Gesetz aus dem Jahr 2002 verlangt von den Einrichtungen, dass die Stimmen der Älteren gehört werden und die Leiter_innen dieser Heime und Einrichtungen aufgefordert werden, eine neue partizipative Kultur einzuführen.
Aus Australien kam das Beispiel eines Pflegeheims, das durch seine kulturelle Offenheit charakterisiert ist: Personal, Essen, kulturelle Aktivitäten und Ausstattung zeigen die Bandbreite des kulturellen und ethnischen Hintergrundes seiner Bewohner_-innen.

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