Wenn es Nacht wird,

Februar 25th, 2015 | No Comments | Posted in Featured Articles, Wissenschaft und Forschung

und der Schlaf nicht kommen will, dann könnte das ätherische Öl der Zirbe helfen. Dieses Öl der „Königin der Alpen“ mit seinem milden, warmen Geruch wirkt beruhigend und entspannend. Ein Tipp, der im Rahmen der Tagung „Aromatherapie, Aromapflege & Phytotherapie. Am Puls der Zeit“ zu hören war. Der Kongress, organisiert von der Österreichischen Gesellschaft  für Phytotherapie und  der Österreichischen Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege“ fand am 21. und 22. Februar 2015 im Pharmazie-Zentrum der Universität Wien statt.
Lavandula angustifolia gegen Ängste  bei Älteren
Ein Spezialextrakt aus Lavandula angustifolia kann Angststörungen und depressive Symptome mildern. Prof. Siegfried Kasper, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Universität Wien, berichtete vom positiven Einsatz von Lavendelöl Silexan (WS 1265) in der Altersgruppe der mindestens 60-Jährigen- im Vergleich zu Placebo. Im Gegensatz zu anderen bei Angst und Depression eingesetzten Medikamenten sind bei Silexan weder Sedierung noch andere Nebenwirkungen- von Aufstoßen abgesehen- zu beobachten. Lavandula angustifolia ist jener Lavendel, der durch schmale Blätter gekennzeichnet ist.
Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie werden viel zu selten diagnostiziert und behandelt, war beim Kongress zu hören. Die Hauptsymptome sind: Befürchtungen, Unsicherheit, Angst, Unruhe, Schlafstörungen, Magen- Darm Beschwerden.
Johanniskraut- gegen Depressionen und Demenz
20% der Patienten in Hausarztpraxen leiden an Depressionen, die häufig nach einem Schlaganfall oder bei der Parkinson Erkrankung auftreten, aber nur 10% der Depressiven werden adäquat behandelt. Johanniskraut könnte da, wegen all seiner Wirkstoffe -  speziell wegen Hyperforin, einem natürlichen Antidepressivum – ein wunderbares Hilfsmittel sein, das noch dazu gut verträglich ist. Schon im Mittelalter wurde die Pflanze gegen Melancholie eingesetzt und inzwischen wurde der stimmungsaufhellende Effekt durch eine Vielzahl an Studien belegt.
Es gibt auch erste Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Johanniskraut positive Wirkungen bei der Alzheimer-Demenz Erkrankung haben können. Johanniskraut hat seinen Namen, weil es rund um den 24. Juni, den Johannistag, strahlend gelb zu blühen beginnt.
Ginkgo biloba gegen Demenz
Wir alle werden einmal dement, die einen früher und die anderen später, das Demenzrisiko tragen wir alle in uns, war beim Kongress zu hören. Die Ursachen sind weitgehend ungeklärt, wirksame Gegenmittel dagegen gibt es noch keine. Versuche mit dem Gingko biloba Extrakt EG761 geben ein wenig Hoffnung und werden als eine mögliche sichere und wirksame Behandlungsoption gesehen,  da es keine spezifischen Nebenwirkungen gibt. 240 mg pro Tag wären notwendig, in Österreich sind aber nur 80mg pro Tag zugelassen, d.h. der Patient müsste das Präparat drei Mal pro Tag nehmen, aber daran werden sich Demenzkranke wohl nicht erinnern.
Pechsalbe auf die Wunde, Schöllkraut auf die Warze
Auf das Jahrhunderte Jahre alte Wissen der Volksmedizin greift die Phytotherapie, der Lehre von der Verwendung von Heilpflanzen als Arzneimitteln, zurück. Phytotherapie ist die Wissenschaft, die sich mit der Anwendung pflanzlicher Arzneimittel zur Behandlung und Prophylaxe von Krankheiten beschäftigt. Hier dreht sich alles um Arzneipflanzen und die Behandlung von Krankheiten mit Hilfe von pflanzlichen Arzneimitteln. Der Vorteil von vielen dieser „natürlichen Heilmittel“: sie sind wirksam, gut verträglich, zeigen wenige unerwünschte Nebenwirkungen, haben eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten. Zwei Beispiele: Die Mariendistel kann das Gewebe der Leber regenerieren. Die Zistrose gilt als Virenkiller und Schützerin des Immunsystems. Die Phytotherapie  ist keine alternative Medizin sondern sieht sich als Teil der naturwissenschaftlich definierten Medizin. Sie untersucht, aus welchen Inhaltsstoffen die Arzneipflanzen bestehen und welche klinische Wirksamkeit sie haben.
Die Aromatherapie i

ist Teilgebiet der Phytotherapie. Darunter versteht man die kontrollierte Anwendung von 100% naturreinen ätherischen Pflanzenölen, um die physische und psychische Gesundheit zu erhalten. Die Aromatherapie ist in Österreich ÄrztIinnen und TherapeutIinnen (Physio-, Psychotherapeut/innen etc.) vorbehalten.
Die Aromapflege

zählt zu den anerkannten komplementären Pflegemethoden in Österreich. Ziel ist das Wohlbefinden von PatientInnen und BetreuerInnen zu stärken.

Erfolgreiche Anwendungsgebiete der Phytotherapie:
Erkrankungen im Bereich der Atemwege, des Gastrointestinal- und Urogenitaltraktes, des Bewegungsapparates, Herz-Kreislauf-Beschwerden, gynäkologische und dermatologische Krankheitsbilder bis zu psychischen Problemen, von der Pädiatrie bis zur Geriatrie.

Die ätherische Öle von Thymian, Teebaum, Zitrone Nelke, Zimt
verfügen über gute, antibakterielle und antimykotische- gegen Pilze- Wirkungen. Andere Öle dagegen können nur gegen bestimmte Pilze und bestimmte Bakterien eingesetzt werden. Ätherische Öle sind Vielstoffgemische, d.h. sie bestehen aus zahlreichen Einzelstoffen. Daher ist es wichtig, die chemische Struktur der Einzelstoffe mit modernen Testmethoden zu untersuchen. Tatsache ist: Experimentelle Untersuchungen sowie kontrollierte klinische Studien belegen diese Wirkungen der ätherischen Öle, die sich u.a. speziell bei Infekten der oberen Luftwege, schlecht heilenden Wunden, Haut- und Schleimhautinfektionen einsetzen lassen.
Teebaumöl,
ist ein Superöl gegen bestimmte multiresistente Erreger u.a auch gegen Keime, die Harnwegsinfektionen auslösen. Das konnte Prof. Gerda Dorfinger, Wien, bei Untersuchungen mit Aromatogramm und Reihenverdünnungstest nachweisen. Sie ist überzeugt davon, dass die Testung ätherischer Öle mit der geeigneten Methode vor der klinischen Anwendung sinnvoll ist, da dadurch eine gezieltere Behandlung möglich ist. Teebaumöl wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen gewonnen. Es wurde, lange vor seiner Entdeckung in Europa, bereits von den Aborigines in Australien zur Behandlung von Insektenstichen und Entzündungen der Haut verwendet.                                www.phyto-austria.at; www.phytotherapie.at: www.oegwa.at;

 

 

 

 

 

Leave a Reply