Kunst macht glücklich

Norma, 85,  singt den Beatles Song „Hey Jude“, Brett, 52, tanzt sitzend und singt, John, 64, bewegt zu dem Song seine Beine. Ein Nachmittag im Alten- und Pflegeheim Birmingham Green in Virginia, USA. Die Karaoke Session ist für die im Pflegeheim Lebenden immer wieder pures Vergnügen. Birmingham Green und Forscher_innen der Georg Mason University arbeiten  gemeinsam an einer Studie über den Einfluß von Kunst- und Musiktherapie auf die emotionale und kognitive Gesundheit von Älteren. Ein Bericht darüber von Frederick Kunkle  erschien vor wenigen Tagen in der „Washington Post.“ Mit der zunehmenden Pensionierung der Babyboomer wollen Regierung, Universitäten und Gesundheitsinstitutionen herausfinden, ob Kunst einen messbaren Effekt auf Menschen mit Alzheimer oder anderen Krankheiten hat, die im Alter auftreten. Viele Forscher sind überzeugt davon, dass es einen positiven Einfluss gibt, aber bisherige Studien konnten diesen Einfluss nicht hundertprozentig nachweisen obwohl sie zeigten, dass Tanz und Bewegung Älteren helfen können, Stürze zu vermeiden. Theaterspielen verbessert soziale Beziehungen, Musik hat einen starken Effekt auf die kognitiven Funktionen. Aber dazu kommt noch etwas: Lebensfreude. Gary Glazner, Begründer und Leiter des Alzheimer Poetry Projekts wird in dem Artikel mit seinen Erfahrungen in einem Tageszentrum in Kalifornien zitiert. Er arbeitete mit Gedichten und stellte fest, dass auf diese Weise leicht in Kontakt mit den Alzheimer Patienten kam. Im Artikel der „Washington Post“ wird u.a der 70-jährige George zitiert, der unter paranoider Schizophrenie leidet und leidenschaftlicher Maler ist : „ Zu malen hilft mir, mit meiner Krankheit zurecht zu kommen, eine positive Einstellung zu bewahren. Pinsel und Kunst geben mir das Gefühl von Gelassenheit, Frieden, Liebe und Freude . Der Pinsel ist die Behandlungsmethode für alles, das schief gegangen ist.“

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