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Ars Electronica 2014

Ars Electronica 2014

 

Werden wir  in Zukunft einen Skeletonics Anzug tragen und unendlich beweglich sein, ungeachtet unseres Alters? Der Anzug verstärkt  ohne jede externe Energiequelle die von Armen und Beinen ausgeführten Aktionen seines Trägers bzw. seiner Trägerin und ermöglicht Bewegungen in einer Dynamik, zu der die Extremitäten des menschlichen Körpers sonst nicht im Stand sind. Zu sehen war das japanische Geschöpf bei der diesjährigen Ars Electronica, die vom 4.-8. September 2014 in Linz, OÖ, stattfand. Wie immer eine grandiose Gelegenheit, um sich mit möglichen zukünftigen Entwicklungen vertraut zu machen. In diesem Jahr stand das große C im Mittelpunkt. C für Change und Confidence und Craving, also für Wechsel, Vertrauen auf positive Veränderung, besonders anschaulich gemacht durch Kunst.Kunst kann Katalysator sein und Veränderungen in Gang setzen. Paolo Cirio bekam für seine Idee und Installation “loophole for All”die Goldene Nica. Er greift ein internationales Problem auf, das uns alle betrifft, unabhängig vom Alter. Unser globales Steuersystem erlaubt es, großen internationalen Firmen, ihre Profite in so genannte Steuerparadiese zu transferieren, um damit Abgaben zu umgehen.  Paolo Cirio machte diesen Umstand transparent und kreierte ein Projekt, das es auch Normalbürgern ermöglicht, auf den Cayman Islands Steuern zu hinterziehen ohne deswegen Konsequenzen befürchten zu müssen.

http://paolocirio.net/work/loophole-for-all/loophole-for-all.php

Wechsel bedeutet auch und vor allem, dass engagierte nachhaltige Ideen eine Chance bekommen, umgesetzt zu werden wie das Projekt LeNi, abgeleitet vom Namen der Stadt Leòn in Nicaragua. ins Leben gerufen von Ingenieure ohne Grenzen, einem gemeinnützigen Verein, der sich die technische Hilfeleistung für notleidende Menschen in Entwicklungsländern zum Ziel gesetzt hat. Die Regionalgruppe Oberösterreich stellte beim Festival das Projekt LeNi der Regionalgruppe Graz vor. Ziel ist der  Bau menschenwürdiger Häuser für alleinerziehende Frauen und ihr Kinder in den Elendsvierteln der Stadt Leòn in Nicaragua. Hier sollen mit einfachen bautechnischen Mitteln Häuser errichtet werden. Diese Prototypen sollen in der Folge auch in anderen Regionen zur Anwendung kommen.

Die Regionalgruppe Oberösterreich ist erreichbar unter info.ooe@iog-austria.at

Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt stammt aus Indien. Das Barefoot College wurde von Sanjit Bunker Roy gegründet und bietet Frauen, zumeist Großmüttern, im ländlichen Raum die Möglichkeit, Strom und Licht mittels Solarenergie zu gewinnen und Lampen, Kocher, Parabolspiegel und Solarelemente selbst zusammenzubauen. Es ist das einzige College Indiens, das von der armen Landbevölkerung mit einem Einkommen von weniger als 1 US-Dollar täglich aufgebaut worden ist und noch immer von ihr geleitet wird. Seit der Gründung sind über 36.000 Häuser in über 1.000 Dörfern in 30 der ärmsten Ländern der Welt von rund 300 alten Frauen ohne jede Schulbildung mit Sonnenenergie elektrifiziert worden. In einer jeweils sechsmonatigen Ausbildung lernen die Teilnehmerinnen des Barefoot College nur durch Zeichensprache, Solaranlagen zusammenzubauen. Bunker Roy wurde vom Guardian 2008 in die Liste der 50 wichtigsten UmweltschützerInnen und vom Time Magazine 2010 in die Liste der einflussreichsten Menschen weltweit aufgenommen.

Sprung nach Marokko. Dort existiert der Arganbaum mit seinem ganz speziellen Öl für Gesundheit und Kosmetik. Seit 1970 ist ein Rückgang der Arganbäume zu bemerken, der zur Erosion führte.  Wie wertvoll die Ressource Arganöl ist , die es auch den Frauen in diesen Regionen möglich machte, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, darüber berichtete die Pythochemikerin Zoubida Charrouf  von der marokkanischen University Mohammed V.  Sie gründete die ersten marokkanischen Frauenkooperativen zur Herstellung und Vermarktung von Arganöl. Die Berber Frauen werden trainiert, neue Technologien beim Rösten des Öls anzuwenden , das Öl zu verkaufen und eine Kooperative zu leiten. Inzwischen gibt es über 200 Kooperativen, 1000 Tonnen werden jährlich exportiert.

 

 

 

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