Aktives Altern in Europa

Januar 18th, 2014 | No Comments | Posted in Featured Articles, News, Wissenschaft und Forschung

Intelligente Schuhe, anregendes Zusammenleben, Roboter als Fitnesstrainer. Das waren nur einige Aspekte des EU Workshops über aktives Altern in Europa, der am 15. Jänner 2014 in Schwechat bei Wien stattfand.
AltersexpertInnen aus Finnland, den Niederlanden und Österreich waren im Seniorenzentrum Schwechat zusammengekommen, um Erfahrungen auszutauschen. Gastgeber war CEIT RALTEC, eine außeruniversitäre Forschungs-& Entwicklungseinrichtung, gegründet 2006 von der Gemeinde Schwechat. Das Team von CEIT RALTEC erarbeitet, in Zusammenarbeit mit älteren und körperbehinderten Menschen, mit ÄrztInnen und BetreuerInnen spezielle Technologien, auch AAL genannt (Ambient-Assisted-Living Technologies), die der Zielgruppe ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen sollen.
 SeniorInnen testen für sie entworfene Produkte

im Schwechater Seniorenzentrum wird nicht nur älteren Menschen eine Wohn- und Betreuungsmöglichkeit geboten, sie können auch die von CEIT RALTEC entwickelten Produkte ausprobieren. Gut auch für die IngenieurInnen und WissenschafterInnen, die von den SeniorInnen eine direkte Rückmeldung bekommen.
eSHOE

Ein Schuh, der u.a. für ältere Menschen eine High-Tech-Möglichkeit zur Sturzprophylaxe, zur Unterstützung von Therapie und Training bietet. Die intelligente orthopädische Sohle, entwickelt von CEIT RALTEC, gefördert vom BMVIT, misst Gehgeschwindigkeit, Beschleunigung, Druck und gibt diese Daten an eine Zentrale weiter. Der eShoe wurde bereits an 12 gesunden SeniorInnen, 11 Patienten mit Hüftfrakturen und 34 jungen gesunden Erwachsenen getestet. Der eShoe eignet sich auch für PC Spiele. So kann z.B. bei einer Bildergalerie nur durch den Druck der Zehe auf die Sohle ein Bild nach dem anderen angeklickt werden oder die Füße lenken einen Skifahrer.
Die Erarbeitung der Grundlagen unter der Leitung von DI Walter Hlauschek ist nun abgeschlossen, der eShoe soll zu einem Hilfsmittel für SchlaganfallpatientInnen und zur Grundlage eines Trainingssystems für ältere Menschen weiterentwickelt werden.
Dr. Jarmo Perttunen von der Tampere University of Applied Science ist Spezialist für Gang Analyse. Er stellte bei der EU Tagung  fest, dass 15% aller über 65-jährigen Probleme mit dem Gehen haben. Viele Ältere gehen, die Zehen stark auswärts gerichtet, wie Donald Duck und  haben keine gute Balance. Da der Sturz das größte Problem bei Älteren ist, ist es von großer Bedeutung, herauszufinden, wie  möglichst viele Stürze verhindert werden können.

Der Roboter als Fitnesstrainer

Im Rahmen der Studie PhysicAAL werden die Möglichkeiten des Einsatzes eines humanoiden Roboters als Fitness-Trainer für ältere Menschen erforscht. Das Projekt startete vor etwa 4 Jahren und inzwischen gibt es einen ca. 50 cm großen Roboter mit hübschen Glubschaugen, der Älteren Übungsanregungen vorsagt, diese auch vorzeigt und noch dazu ein Feed back gibt, ob die Übungen korrekt ausgeführt wurden. Zielgruppe sind ältere Menschen, die Probleme haben, ihre Wohnung oder ihr Haus zu verlassen, aber ein körperliches Training brauchen. Ergebnis: der gelenkige Fitnesstrainer, er kann sogar in die Knie gehen und sich hinlegen, wurde von den Älteren sehr positiv angenommen.

Norwegen und Niederlande

In beiden Ländern wurden innovative dörfliche Strukturen entwickelt, um älteren Menschen so lange wie möglich ein unabhängiges Leben zu ermöglichen.

Hoogstaete

Hoogstaete ist ein neues integratives Konzept in Sittard, Niederlanden, entwickelt von der ORBIS Medizin- und Gesundheitsversorgung. Der Wohnkomplex umfasst 400 Appartements, Betreuung, Wellness, Freizeitmöglichkeiten, Weiterbildung. Da Co-living Projekt hat bei der Konzeption großen Wert auf die Kommunikation von Älteren und Jüngeren gelegt. BetreuerInnen und ältere Menschen, die in diesem Dorf leben werden angeregt, die vorgeschlagenen Ideen und Produkte zu testen, damit ein System entwickelt werden kann, das die Bedürfnisse der Älteren abdeckt.
Dahinter steht auch die Idee, den älteren Menschen einen leichteren Übergang von einem unabhängigen Leben zu einem Leben mit gelegentlicher Betreuung  und später mit totaler Betreuung zu ermöglichen.
Das Zentrum ist u.a. das Ergebnis eines Auftrages des niederländischen Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport an den Orbis Konzern, ein Unternehmen im Bereich Medizin und Gesundheitsversorgung, ein Konzept für die Gesundheits- und Altersversorgung der Zukunft zu entwickeln. Orbis hat 5.800 MitarbeiterInnen und einen Umsatz von ca 220 Millionen Euro. Das Co-living  Modell wurde auch in Trondheim, Norwegen getestet.

www.raltec@ceit.at; www.ceit.at

 
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