Einen Euro für Deine Gedanken

September 17th, 2013 | No Comments | Posted in Featured Articles, Wissenschaft und Forschung

ars fotoWoran denkst Du? Menschliche Fragen  dieser Art wird ein Computer in Zukunft nicht stellen, denn er kann Gedanken lesen- zumindest in Ansätzen.
Angenommen wir denken an ein Haus, dann gibt es  mehrere Stellen in unserem Gehirn, die aktiv sind. Hat der Computer diese Muster registriert und weiß, so sieht es aus, wenn jemand an ein Haus denkt, dann kann er weitere Gehirnaktivitäten mit diesem Muster vergleichen und weiß „aha jetzt denkt der Mensch an ein Haus.“ Dasselbe gilt für Gesichter, Tiere,Natur etc. Der Computer kann lernen, welches  Bild zu welcher Gehirnaktivität gehört.

Träume lesen

Er kann sogar, mit der entsprechenden Software, Träume aus der  Gehirnaktivität decodieren.
Nehmen wir an, Marianne S. träumt, sie wird geweckt, erzählt den Wissenschaftern von ihren Träumen. Diese Infos bekommt der Computer und im besten Fall kann er das nächste Mal daraus den Traum rekonstruieren. Der Nachteil: es funktioniert nur bei einem  Menschen, denn die Gehirne sind individuell, jedes Gehirn hat ein anderes Muster.

86 Milliarden Nervenzellen hat unser Gehirn

John-Dylan Haynes, Psychologe und Hirnforscher an der Charité Berlin forscht mit seinem Team über die neuronalen Grundlagen von Bewusstsein, Willensfreiheit und Handlung. Seine Thesen, die er bei der Ars Electronica 2013 in Linz vortrug:

**** Die menschlichen Gedanken sind 1:1 im Gehirn codiert.
**** Das Gehirn ist der alleiniger Träger unserer Gedanken.
**** Das Gehirn codiert Gedanken in unterschiedlichen Teilen.

Wir können derzeit einfache Gedanken lesen, aber kein Gedankenlesegerät herstellen.
Man müsste die Aktivität jeder einzelnen Nervenzelle messen können, bloß wir Menschen haben 86 Milliarden Nervenzellen.

Und wo bliebt der Körper?
Mit dem Gehirn alleine kommen wir nicht an aus, es nützt nichts, nur das Gehirn zu scannen, wir müssen den Körper mit einbeziehen.
Warum plötzlich diese Zuneigung zum Körper?
2 Antworten von John- Dylan Haynes:
**** Was ist, wenn alles um uns herum reine Simulation ist, was wenn die Welt gar nicht existiert sondern nur das Gehirn eine Welt vorgibt?
**** Es könnte sein, dass es etwas gibt, das aussieht wie ein Mensch, sich wie ein solcher verhält, aber in Wirklichkeit ein Zombie ist.

Das Connectome / Konnektom

Noch interessanter wird es, wenn sämtliche Nervenverbindungen im Gehirn untersucht und dargestellt werden können. Alfred Anwander ist Konnektomforscher am Max Planck Institut in Leipzig. Er schaut mit Hilfe der Magnetresonanz in das Gehirn hinein, misst die Aktivitäten im Gehirn und beobachtet, wie die einzelnen Ariale im Gehirn miteinander verbunden sind. Er konzentriert sich zum Beispiel auf einen Punkt im Gehirn und beobachtet welche Regionen im Gehirn aktiviert werden, wenn sich dieser Punkt verändert. Es gibt z.B. im Gehirn zwei Ariale für die Sprache und es zeigen sich Faserbündeln, die diese Ariale verbinden. Es zeigt sich auch, dass ein Teil des Gehirns bei einfachen Sätzen aktiv ist, während ein anderes Arial im Gehirn bei Schachtelsätzen aktiv wird.

www.aec.at/totalrecallars foto

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