Alter ist die einzige Chance, das Morgen zu erleben

Dezember 2nd, 2011 | No Comments | Posted in Aus aller Welt, Europa, News, Wissenschaft und Forschung
Aussage beim Internationalen Johannes Bischko Symposium „Fokus Geriatrie“ das vom 25.-27.11.2011 im Bundesministerium für Gesundheit in Wien stattfand.
Alter ist zwar keine Krankheit, aber es lässt sich nicht leugnen, dass im Alter vermehrt diverse Krankheiten auftreten. Die gute Nachricht: TCM, Akupunktur, chinesische Arzneitherapie, Neuraltherapie, Tuina, Taiji, Kampo Medizin, Vojta Therapie etc. können hilfreich eingreifen und sollten auch vermehrt eingesetzt werden .Akupunktur kann auch bei den Mikrosystemen erfolgreich praktiziert werden wie Schädel, Mund, Fuß, Hand, Ohr.
Johannes Bischko
 war ein österreichischer Arzt, einer der Ersten, der in Europa die chinesische Medizin und speziell die Akupunktur innerhalb der Schulmedizin etablieren wollte.
KEIN QI
Austherapiert, nichts zu machen, heißt es in der Geriatrie. Irrtum, die Akupunktur kann immer noch das Dasein  der so genannten „Austherapierten“ erleichtern und die Lebensqualität verbessern meint Dr. N. Sieber. Mit Akupunktur erhöht und beeinflusst man energetisch den Tonus, der sonst absacken würde. Gut behandeln lassen sich seiner Erfahrung nach Dauerinfekte, Cystitis, Schäden des Bewegungsapparates, zerebraler Abbau, psychische Leiden. Er sieht den Mangel an Qi als Hauptproblem in der Geriatrie.
Während einige Sachbücher darauf verweisen, dass in der Regel fünfzehn Sitzungen genügen, um eine Verbesserung zu erreichen, berichtet N. Sieber von seinen Erfolgen bei konstanter, zeitlich unbegrenzter Anwendung.
Warum also wird Akupunktur nicht überall angewendet, in Heimen, Krankenhäusern, in der Reha?
Die Kollegen sind a priori dagegen
Die Patienten sagen oft „So ein Schmarrn, ich glaub nicht daran“.
Fazit von N. Sieber: Wir stehen vor den Toren der Anstalten. Die Anstalten brauchen uns, aber man lässt uns nicht hinein.
Anregung: Sinnvoll wäre ein Akupunkturkonzept für jede Anstalt, aber das ist Zukunftsmusik.
SUBHEALTH
Prof. Dr. Alexander Meng, u.a. Vizepräsident der Österr. Gesellschaft für Akupunktur setzt auf die Traditionelle chinesische Medizin in der Prävention und in der Therapie.
In China wird derzeit Subhealth diagnostiziert, wenn eines von drei Symptomen- Soma, Psyche, Soziales, länger als drei Monate anhält. Soma bedeutet u.a. Erschöpfungsgefühl, Müdigkeit; Psyche meint Lustlosigkeit, Reizbarkeit, Ängste;
Soziales fokussiert auf das Reduzieren der Kontaktfähigkeit bzw. dass die Kontakte unter Spannung stehen. Es geht darum, Ying Yang Disharmonien zu erkennen und auszugleichen.
Näheres unter: www.meng.at
ZUVIEL YANG und ZUWENIG YIN
Der heutige Zeitgeist ist total YANG
konstatiert Jochen Gleditsch, Spezialist für Mundakupunktur, München.
Unsere Gesellschaft leidet an einem YIN Mangel.
Die offene Frage: Wo finden wir diese YIN Kraft ?
Gedanken dazu:
++++Das Leben ist ein ständiges Arrangement, aber es darf kein resigniertes Hinnehmen sein, immer wieder braucht es kreative Begeisterung.
Wir nehmen nicht nur Nahrung sondern auch Information auf. Wir nehmen von beiden zu viel auf und können die Fülle nicht mehr bewältigen. Es ist daher wichtig, in allen Bereichen, Grenzen zu ziehen, rechtzeitig aufzuhören und zu sagen „Es ist genug“. Aber gegenwärtig findet etwas Konträres statt, denn wir leben in einem Anspruchszeitalter. Niemand will verzichten.
Was wir alle beim Count down- der Zeit die uns noch bliebt- berücksichtigen sollten:
+++ Flexibel sein ist entscheidend beim Älterwerden
+++ Wichtig bist das Leben im Hier und Jetzt
+++ Auf das Positive im Leben zählen „count your blessings“
+++ Dankbarkeit einüben
+++  Nicht mit unerledigten Dingen, Geschäften leben sondern versöhnt mit uns selbst und mit den Mitmenschen. Das ist ein wesentlicher Faktor für Zufriedenheit im Alter. Zufriedenheit lässt sich lernen, auch wenn Unzufriedenheit eine Konstante des heutigen Lebens ist.
Schwindel, Vertigo, auch eine Alterskrankheit
lässt sich zusätzlich gut mit der traditionellen chinesisch, japanischen Arzneitherapie behandeln.
Vertigo ist eine Störung des Gleichgewichtes. In der Folge kommt es zu Stürzen.
Es gibt mehrere Ursachen dafür. Als pathologisches Muster nennt Prof. B. Kostner u.a.
Überschuss (Hitze, Nässe, Wind)
Mangel (Qi, Blut, Ying, Yang)
Schleim
Trockenheit
Psycholog. Faktoren
Den Vorteil  bei chinesischen Arzneien sieht B. Kostner darin, dass es sich meist um mehrere Arzneien handelt, die breit gestreut wirken, sie wirken z.B. bei Vertigo aber auch bei einem schwachen Immunsystem.
Die chinesisch, japanische Arzneitherapie ist die älteste überlieferte Medizintradition, sie kennt 3000 Einzelsubstanzen. Globaler Umsatz: 40 Milliarden $/Jahr, Tendenz steigend.
Es wird ihr zum Vorwurf gemacht, dass es keine standardisierten Extrakte und keine klinischen Studien gibt.
Dem gegenüber steht eine über 2000 jährige Medizinliteratur.
Vertigo ist eine Störung der Orientierung und des Raumgefühls
und kann, davon ist der praktische Arzt K. Gold überzeugt, mit Neurologie und Neuraltherapie gut behandelt werden.
Die Neuraltherapie ist ein holistisches Diagnose- und Therapieverfahren. Sie beeinflusst Nerven, Muskeln, hormonelle, lymphatische Regelkreise des Organismus sowie Skelett ,die Verdauungs- und Ausscheidungsorgane. Sie konzentriert sich auf das vegetative Nervensystem, speziell des Sympatikus mit seinen vielschichtigen Vernetzungen zu anderen Systemen im Körper.
Vorteil: Die Neuraltherapie ist gut mit anderen Therapieformen kombinierbar.
Sturzprophylaxe mit der Vojta Therapie
Václav Vojta wurde 1917 in Böhmen geboren und war Spezialist für Kinderneurologie. Er entdeckte und entwickelte die Reflexlokomotion, die sich als hilfreich bei der Erkennung von motorischen Entwicklungsstörungen von Säuglingen und Kleinkindern erwies. Inzwischen wird die Reflexlokomotion auch bei Erwachsenen angewendet z.B. in der Geriatrie. C. Beckmann, Leiterin der österr. Gesellschaft der Vojta Therapie sieht eine der besonderen Herausforderungen in der Geriatrie, dass es bei den Menschen zum Verlust von Kraft und Ausdauer kommt, zur Verlangsamung und dass die Wirbelsäule ihre Streck- und Drehfähigkeit verliert.
Die Vojta Therapie kann hilfreich beim Verlust der freien Gehfähigkeit sein, indem sie sich auf die Automatik der Fortbewegung konzentriert.
Beispiel: Der Patient sitzt. Er steht auf , geht drei Meter und setzt sich wieder. Die Vojta Therapie interessiert sich dafür, wie lange der Patient für den Gehweg gebraucht hat, geht er genauso schnell, wenn er ein Glas Wasser in der Hand hält oder wenn er beim Gehen von zehn weg rückwärts bis eins zählt.
Bei der Vojtatherapie gibt es bestimmte Ausgangsstellungen, die der Patient einnimmt. Vojta fand bestimmte Punkte im Körper, die von den TherapeutInnen gedrückt werden. Dadurch kommt es zu einer Muskelaktivierung und diese Reaktionen sind reproduzierbar.
ALTER IST KEINE KRANKHEIT, ABER ALTERN KANN ES WERDEN.
Und zwar dann, wenn die Schwachstellen des Körpers betroffen sind: Rücken- Knie- und Hüftschmerzen, Osteoporose, Spondylatrose, die Muskulatur, das größte Organsystem und Sarkophenie, die verkürzte Muskulatur.
Uni. Prof. Dr. Hans Tilscher sieht die Gefahr in einem konstanten Abstieg:
Es beginnt mit Beweglichkeitseinschränkung, gefolgt von
Schwäche
Unsicherheit
verminderte Ausdauer
vermehrte Abhängigkeit
Angst, Frustration
hierarchischer Abstieg
Die Akupunktur hat große Aufgaben bei Rückenschmerzen und Knieproblemen und sie könnte in der Prävention und Therapie  EINE NOCH GRÖSSERE ROLLE SPIELEN ALS sie es jetzt schon tut meint der Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist
Das Prinzip Hoffnung
Prof. Tilscher stellt eine Liste auf, was Menschen wollen, wenn ihnen etwas fehlt:
+++ wissen was man hat
+++ wissen, was gemacht wird
+++wissen, was man machen soll
+++ wissen, dass es Hoffnung gibt
Das Prinzip Hoffnung
vertritt auch der Münchner Arzt Jochen Gleditsch:
„Wir Ärzte sind verpflichtet, niemals negative Informationen über den Körper zu geben.“ Es gehe darum, die PatientInnen immer auf jene Möglichkeiten hinzuweisen, die noch vorhanden sind, damit die PatientInnen einen positiven Leibbezug bekommen. Ärztliche Feststellungen wie „Ihr Rücken ist kaputt“ bewirken das Gegenteil, nämlich einen gestörten Leibbezug.
Demenz, die gefürchtete Alterskrankheit
Gleich vorneweg:
Gedächtnisstörungen
Stimmungsschwankungen
Traurigkeit
Antriebslosigkeit
gehören nicht unbedingt zum normalen Alter
sagt Dr. Michael Rainer vom Donauspital SMZ Ost Wien. Er bezieht sich auf eine fünfzehnjährige Erfahrung in den Bereichen Vergesslichkeit und Demenz.
Seine Prognose:
Eine neue Generation älterer Menschen kommt auf uns zu, die von Demenz betroffene sein werden.
Derzeit gibt es 100.000 an Demenz Erkrankte in Österreich.
Im Jahr 2050 werden es 235.000 sein mit jährlich 60.000 Neuerkrankungen.
Am häufigsten ist die Alzheimer Krankheit mit 50%. Bei Alzheimer degeneriert der Hippocampus, der zuständig ist für Gedächtnis, Speicherung, Wahrnehmung.
Langzeitstudien zeigen, dass es bis zu zehn Jahren vor der Diagnose zu bestimmten, reduzierten Fähigkeiten gekommen ist. Sinnvoll wäre daher eine Frühdiagnose der Krankheit.
Der Uhrentest:
Er lässt Anzeichen einer Demenz erkennen, auch wenn der/die Betroffene äußerlich keinen verwirrten Eindruck macht. Die Aufgabe besteht darin, das Ziffernblatt einer Uhr oder eine bestimmte Zeitangabe zu zeichnen. Demente Menschen zeichnen oft alles nur auf der rechten Seite oder setzen die Zeiger der Uhr völlig falsch.
HIRNLEISTUNGSTRAINING ist GUT. ES IST NIE ZU SPÄT, damit zu BEGINNEN.
Vergesslichkeit ist ein Schlüsselsymptom für Demenz. Auch eine Gedächtnisstörung gehört dazu, nicht aber ein gestörtes Bewusstsein.
Hinter einer Gedächtnisstörung kann sich allerdings auch eine Depression verstecken.
Risikofaktoren sind: Alter, Depression, Bluthochdruck, vaskuläre Risikofaktoren, Schädelhirntrauma, Parkinson, ApoE4/4.
Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen haben ein 6 fach höheres Risiko selbst an Demenz zu erkranken als andere. Aus diesem Grund gibt es an der MEMORY Klinik im Donauspital  Trainingskurse für Angehörige mit dem Ziel, dass diese eine bessere Kompetenz im Demenzmanagement erwerben.
Weitere Aussagen:
+++Eine permanente Unterforderung ist genauso schädlich wie ständiger Stress.
+++Bei ängstlich depressiven PatientInnen ist Akupunktur hilfreich.
+++Ältere Menschen bekommen oft zu viele Medikamente. Ein Patient schluckte z.B 23 unterschiedliche Medikamente am Tag.
ISOLATION, EINSAMKEIT, LANGEWEILE diese drei sind für 50% der gerontopsychiatrischen Erkrankungen verantwortlich.

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