Alt gibt jung,jung gibt alt

Juni 24th, 2011 | No Comments | Posted in Europa, News, Wissenschaft und Forschung

“Generationengerechtigkeit-Muss das soziale Sicherungssystem umgestellt werden?” war Thema der ÖPIA Vorlesung am 21.6.2011 in Wien. Die Älteren hängen nicht nur am Tropf, sondern sie sind auch Nettogeber-zumindest bis zum 80. Lebensjahr, sagte Martin Kohli,  Soziologe und Leiter der Forschungsgruppe Altern und Lebenslauf (FALL).

Weitere Aussagen:

Armutsgefahr für Alte und Junge

Die alten Alten ( 75 +) sind die am meisten benachteiligte Altersgruppe. Die Einkommen der Älteren haben bis Mitte der 90ger Jahre zugenommen-danach nicht mehr.

Kinder, Jugendliche und Ältere stehen in den meisten Ländern schlechter da als die “aktive” Bevölkerung. Die Armutsquote von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist gestiegen!!!!!!!

Generationentransfer in der Familie

Ältere sind Netto- Geber. In Deutschland gehen 9% der jährlichen Renten-Pensionssumme an die jüngere Generation. Dazu kommt die für die Familie aufgewendete Zeit sowie das Erbe.

Es gibt zwar die staatliche Unterstützung der Älteren, aber innerhalb der Familie unterstützen die Älteren die Jüngeren.

Traditionelles altes Bild:

Ältere sind nur Unterstützungsempfänger

Modernes, neues Bild:

Ältere sind als Unterstützer ihrer erwachsenen Nachkommen anzusehen

Familie ist gut aber ambivalent:

Die Beziehungen zwischen den Generationen sind ambivalent, aber Familien fördern soziales und wirtschaftliches Wohlbefinden sowie soziale Inklusion.

Der Generationenvertrag:

Es gibt nach wie vor eine breite Unterstützung des Generationenvertrages bei allen Altersgruppen.

Die Politik hat die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu fördern ohne deswegen die Alten schlechter zu stellen. Der Wohlfahrtsstaat braucht ein “generational mainstreeming”,eine generationengerechte Begründung bei Entscheidungen.

Wenn es gelingt, das Rentenalter bis 2050 auf 70 Jahre zu erhöhen, bleibt es bei der Belastungsquote von heute zwischen Aktiven und Nicht Aktiven. Das geht nicht ohne Gesundheitsprävention und lebenslange Weiterqualifizierung.

Prof. Dr. Martin Kohli :”Generationengerechtigkeit. Muss das soziale Sicherungssystem umgestellt werden?”. ÖPIA, 21. Juni 2011.


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