Strategien für eine alternde Welt

Mai 11th, 2011 | No Comments | Posted in News, Wissenschaft und Forschung

Ein Baby, das 2011 geboren wird, hat die realistische Chance,über hundert Jahre alt zu werden. Um die Potentiale der kommenden Langlebigkeit der Menschen zu nutzen, gilt es, neue Strategien zu entwickeln. Diese Strategien waren u.a. Thema

des Symposiums “Ageing Societies-Mature People. Gesundes Altern als Chance?”

der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ort: Wien 1010, Sonnenfelsgasse 19, Zeit: Dienstag 10. Mai 2011.

Bildung zählt

Einig waren sich die WissenschafterInnen darin, dass es eine nachweisbare bedeutende Beziehung zwischen Bildung, Einkommen und Lebenserwartung gibt. Wer einen ungesunden Lebensstil hat und ein geringes Einkommen, der lebt kürzer.

Schöne neue Medizinwelt

Zur längeren Lebenserwartung werden zukünftige Verbesserungen in der Behandlung von Krebs und Alzheimer beitragen sowie die genetische, regenerierende Medizin und Roboter.

Strategien

Als Strategien für eine immer älter werdende Welt nannte Sarah Harper vom Oxford Institute of Ageing:

Adaptierung der Finanzsysteme

Förderung der Produktivität

Lebenslanges Lernen

Unterstützung von Familien und Gemeinden

Unterstützung von ökologischen Interventionen

Adaptierung des medizinischen Systems

Länger leben und dafür länger arbeiten

Mit der Perspektive einer weitaus längeren Lebenserwartung, wird es unausbleiblich sein, das Pensionsantrittsalter anzuheben. Darüber herrschte bei den TeilnehmerInnen Einigkeit. Alexia Fürnkrank-Prskawetz plädierte dafür, ältere Menschen wieder zurück in die Arbeitsgesellschaft zu integrieren.

Noch gilt ja  die Meinung, ältere ArbeitnehmerInnen seien teuer und unproduktiv und viele Arbeitgeber sind daran interessiert, die Älteren loszuwerden oder sie gar nicht erst einzustellen. Dabei  konnte durch mehrere Studien nachgewiesen werden, dass ältere ArbeitnehmerInnen zwar langsamer sind aber auf der anderen Seite übere ein großes Potential verfügen. Sie haben Erfahrung und wechseln nicht ständig den Arbeitsplatz.

Leben die Alten wirklich auf  Kosten der Jungen?

Bei der Diskussion über die Belastung der nachkommenden Generation durch das gegenwärtige Pensionssystem wird vergessen, dass in den Familien ein sehr starker Transfer von den Alten zu den Jungen stattfindet, so beträgt dieser Finanztransfer in Großbritannien 27%.

Leopold Rosenmayr stellte fest: Wir haben viele Zahlen über den Transfer der Jungen zu den Alten, aber wir haben nur wenig Daten über den Transfer der Alten zu den Jungen.

Was ist überhaupt alt?

Wenn heute jemand 60. Geburtstag feiert, dann gilt er als mittelalterlich, vor 200 Jahren wäre dieser Mensch als alt bezeichnet worden.

Leider sind aber die Konzepte wie Alter definiert wird gleichgeblieben sagt Sergei Scherbov vom Institut für Demographie der OAW.

Bisher ging man davon aus wie lange jemand gelebt hat .

Neue Konzepte gehen aber von der Lebenserwartung aus.( prospective age)

Der ADDR Adult Disability Dependency Ratio orientiert sich nicht nur an alten Menschen, die Hilfe brauchen sondern er betrachtet die Gesellschaft unter zwei Gesichtspunkten:

Ein Teil, der Hilfe braucht-das können auch aber nicht nur alte Menschen sein

Ein Teil, der keine Unterstützung braucht- darunter sind auch aber nicht nur Ältere.

” The problem of population aging is more a function of rigid and outmoded policy and institutions than a problem demographic chances per Se”.(Blum )

www.oeaw.ac.at

Leave a Reply