Mein Traum: ein Urlaub nur für mich

September 20th, 2010 | No Comments | Posted in Europa, News, Wissenschaft und Forschung

Mit diesem Traum steht die 67 jährige Ingrid Schär nicht allein da.Dieser Wunsch ist immer wieder von Angehörigen zu hören, die Alzheimer PatientInnen pflegen. Ingrid Schär pflegt ihren Mann Werner ( 75) seit sieben Jahren.

Verlegter Schlüssel, verlorene Geldbörse, vergessene Verabredung

so fing es an.

Heute ist Werner S. dauerhaft orientierungslos,erkennt Bekannte und Freunde nicht mehr. Traurigkeit, Aggressionen, Beschuldigungen, Verdächtigungen wechseln einander ab.

Ingrid Schär:" Vom Aufwachen bis zum Schlafengehen bin ich für meinen Mann da, muss immer gegenwärtig sein.

Von Lebensqualität kann ich schon lange nicht mehr sprechen".

Demenz, Hoffnung für AlzheimerpatientInnen und ihre pflegenden Angehörigen?

Pressekonferenz am 20. September 2010 im Österreichischen Journalistenclub in Wien.

FAKTEN ÜBER ALZHEIMER:

 

+++ In den EU-15-Staaten leiden 6,5 Prozent der über 65-Jährigen an Morbus Alzheimer.

+++ In Österreich sind ca 100.000 Menschen von der Diagnose betroffen, bis 2050 wird sich die Zahl auf knapp 300.000 verdreifacht haben.

+++ Die Alzheimer Krankheit ist die häufigste und folgenschwerste Erkrankung im höheren Lebensalter.

+++ 2/3 aller HeimbewohnerInnen sind dement.

+++ 80 % der Kranken werden zu Hause gepflegt.

+++ 80% aller Pflegenden sind Frauen.

+++ 20 Jahre vor Ausbruck der Krankheit zeigen sich die ersten Symptome.

Demenzerkrankungen, darunter auch Alzheimer kosten dem Österreichischen Gesundheitssystem jährlich ca.1,1 Milliarden Euro.

Der Hauptanteil der Kosten entfällt auf die Pflegeleistungen, wobei die Versorgung in einem Pflegeheim doppelt so teuer ist wie die häusliche Pflege.

"Das Wichtigste sind frühzeitige Diagnose, frühzeitiger Medikamenteneinsatz, frühzeitige Angehörigenschulung"

Prim.Dr. Andreas Winkler, Vorstand der Abteilung für Neurologische Rehabilitation Klinik Pirawarth.

"Die Schulung der Angehörigen verzögert die Einweisung in die Pflegeanstalt um bis zu 33%".

Seit zwanzig Jahren gibt es eine Selbsthilfegruppe in Österreich:

ALZHEIMER ANGEHÖRIGE AUSTRIA

www.alzheimer-selbsthilfe.at

Mag. Antonia Croy, Präsidentin der Selbsthilfegruppe:

"Die Alzheimer Krankheit hat immer zwei Opfer- den Kranken und seinen ihn pflegenden Angehörigen"

Die Forderungen der Selbsthilfegruppe u.a.

+++ Ausbau der mobilen Pflege und Tageseinrichtungen auch in ländlichen Gebieten

+++ Erhöhung des Pflegegeldes

+++ Flexiblere und besser koordinierte Angebote der mobilen Dienste

+++ Erarbeitung eines nationalen Demenzplanes

Prof. Lotte Tobisch-Labotyn, neue Ehrenpräsidentin der Alzheimer Angehörige Austria:

"Es kann jeden von uns treffen".


 

 

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