Ich bin kein Ding Hr. Doktor

März 15th, 2010 | No Comments | Posted in Aktuelle Diskussion, News

Ein Krankenhaus in Wien (Name ist der Redaktion bekannt).Es geht im folgenden um das, was immer wieder eingefordert wird: das Arzt/Ärztin-PatientIn Gespräch,

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, Erfahrungen, Wünsche.

Im folgenden mehrere Szenen von der Begegnung Arzt-Patientin zwischen 11h15

und 13h30

Ausgangspunkt: Arm gebrochen

Eine Woche später: Kontrolle und Nachbehandlung

                                   Arzt : "Wir machen heute einen neuen Gips"

                                   Patientin:" Warum?"

                                   Arzt : "Locker ist er ".

                                   Patientin, will eine Frage stellen:" wa…."

                                  Arzt deutet auf Ausgang:" G 3 Gipsraum"

Gipsraum: Der OP hängt den Arm auf, heute soll der Arm hängend eingegipst

werden, im Gegensatz zu vergangener Woche, da lag der Arm auf einem Tischchen

                                Patientin:" Warum wird der Arm heute anders behandelt?"

Die Frage bleibt im Raum stehen,

denn ausser dem OP, dem Gipsverband Anleger, ist kein Arzt, keine Ärztin zu sehen nur ein junger Mann , der eine baue Jacke trägt. Der OP bemüht sich, eine Erklärung abzugeben,währendessen läutet das Handy des jungen Mannes. Jemand will mittagessen gehen, erklärt er dem OP und erzählt eine Geschichte von einem anderen Patienten bei dem man dies und das nochmals machen muss, weil es nicht gut und der Oberarzt nicht zufrieden gewesen sei, weil der Patient noch immer und überhaupt und….

Die vor ihm liegende Patientin wird von ihm nicht beachtet. Der Arm der Patientin hängt immer noch an den sogenannten "Mädchenfingern".

Wieder läutet das Handy des jungen Mannes während er den Unterarm  der Patientin einwickelt.Der OP muss ihm erklären , wie er es machen soll.

                                  OP zum jungen Mann:" NIcht so, sonst wird sie 

                                 später Schmerzen haben". /Wie wahr , sie hat Schmerzen)

                                                

Dann :

                              OP zur Patientin: "So jetzt wird das Gelenk eingerichtet"

Patientin hebt Oberkörper trotz Liegeposition  und Hängen des Armes in die Höhe.

                             Patientin:( laut, leicht empört)" Von Ihnen aber sicher nicht"

                            OP: "Nein, nein, das dürfen wir ja nicht. Er macht es"

und deutet auf den jungen Mann, dem er vorher erklären musste, wie er die Gaze um den Arm wickeln soll.

Die Patientin ist sprachlos.

Dieser Mann, der nicht einmal guten Tag oder sonst irgend etwas gesagt hat, der über sie hinweg geredet hat als wäre sie ein Ding, das repariert wird, der noch dazu während ihrer Behandlung Patientengeschichten erzählt hat,

das soll der Arzt sein!!!!!!!!!

Am Ende der Behandlung stellt  die Patientin Fragen in den Raum, eine davon:

                                 Patientin:" Wieso hat der Gips heute eine andere Form?" 

Die Fragen gehen ins Leere, der junge Mann, der, wie sich danach herausstellt ,Turnusarzt ist, fühlt sich nicht angesprochen, der OP versucht sein Möglichstes,die Patientin zufrieden zu stellen.

Ab in den Röntgenraum und dann wiederkommen.

Patientin wartet, wartet, waret auf den Aufruf.

Nach geraumer Zeit kommt der Turnusarzt  aus dem Gipsraum .
                                  

Arzt(lässig)" Es wird noch etwas dauern, der Oberarzt ist bei einer Besprechung. Aber mit dem Buch (Patientin liest Krimi) wird Ihnen sicher nicht fad".

Patientin kommuniziert ihren Ärger darüber, dass er, der Arzt, während ihrer Behandlung über andere Fälle geredet hat als wäre sie ein Ding.

Der Turnusarzt schüttelt angewidert den Kopf und geht ins Gipszimmer zurück.

Nach weiterer Wartezeit, Aufruf. Turnusarzt gibt Patientin den Zettel mit dem nächsten Kontrolltermin.

                                       Patientin: "Hat der Oberarzt schon die neuen Röntgenbilder

                                      gesehen?"( so war der Ablauf vor einer Woche )

                                    Turnusarzt:"Welcher Oberarzt, davon weiß ich nichts"

Turnusarzt verschwindet. Patientin wendet sich an zwei herumstehende und die Szene beobachtende Ärzte.

                                       Patientin:"Ich möchte, dass mir jemand meine Fragen be

                                      antwortet"

Der eine Arzt kommt heran. Patientin stellt Fragen über Heilungsverlauf, was sie tun kann, solll, was besser nicht etcetc..

                                 Patientin:"Ich verstehe nicht, warum hier keiner mit einem redet"

                                Die Frage bleibt ohne Antwort.

FAZIT: DIe Patientin hat VERTRAUEN verloren, in das Spital, in die Behandlung, in die ärztliche Kompetenz.

Dies ist ein winzig kleines Beispiel ALLTAG im SPITAL.

Es geht nicht darum, die Leistungen der Ärzte/Ärztinnen schlecht zu machen, sondern auf etwas aufmerksam zu machen, das bereits das Ergebnis unzähliger

Studien ist:

das Patientengespräch ist wesentlicher Bestandteil im Heilungsprozess

Patientinnen bekommen auch während einer OP mit, was im OP Saal gesagt wird, umso mehr wenn sie unbetäubt am Behandlungstisch liegen.

PatientInnen sind nicht bloß Motoren, deren System repariert werden muss,

sondern Menschen, die das Recht haben, informiert zu werden.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung, ihre Erfahrungen.

                             

                               

 

 

                             

                             

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