Anna tanzt, Anna wird alt

Anna tanzt IV widmet sich dem Verhältnis von Jung und Alt.  Ein Tanzprojekt in Bayern
 

Die Vorgeschichte
90 Kinder der 8. Jahrgangsstufe des Münchner St. Anna Gymnasiums treffen auf eine Gruppe alter Menschen über 75.
 

Alte Menschen gesucht
Jeder Teilnehmer, jede Teilnehmerin des Projektes wurde gebeten, einen alten Menschen zu suchen, der sie auf irgendeine Weise fasziniert oder verwundert, auf jeden Fall interessiert und sie oder ihn in das Projekt einzuladen. Aus dieser Wahl der Jugendlichen entstand ein paralleles Ensemble alter Menschen, das die Entstehung des Stückes begleitet und (teilweise) auch in der Bühnenrealisation mitwirkt.
 

Ab wann ist man alt?
Wie fühlt man das Altern, wie fühlt es sich an? Und welche Erinnerung haben die Alten an ihre Jugend?
 

Bilder vom Altern
Das Projekt „Anna wird alt“ beschäftigt sich mit den Bildern, die wir vom altwerden haben. Es untersucht das Verhältnis von Jugendkult und Alterswahn und konfrontiert die Generationen miteinander und mit sich selbst. Ausgangspunkt des Arbeitsprozesses für „Anna wird alt“ ist die Perspektive der Jugendlichen auf das Alter. Die Jugendlichen sind eingeladen, auf das Alter zuzugehen, sich ihm zu stellen, es zu befragen und zu beobachten.
 

Die Wissenschaft beobachtet die alt gewordene tanzende Anna
In der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Klinikum der Universität München, soll in Kooperation mit dem Institut für Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften der LMU München und dem Bayerischen Staatsballett der Einfluss eines Tanzprojekts (“Anna tanzt – Anna wird alt“) auf alle Facetten der Funktionsfähigkeit und damit der Selbständigkeit untersucht werden.
 

Tanzen und Messen
Das Tanzprojekt beinhaltet mehrwöchige, professionell begleitete intensive Proben und anschließende öffentliche Aufführungen. Es wird begleitet durch mehrere umfassende Messungen der funktionalen Gesundheit der Teilnehmer, unter Einschluss apparativer Messungen zur Gleichgewichtskontrolle beim Stehen und Gehen (Stand- und Ganganalyse zur Abschätzung des Sturzrisikos im Alltag). Diese Messungen werden natürlich auch mit einer Kontrollgruppe durchgeführt, die nicht an dem Tanzprojekt teilgenommen hat.

Hintergrund
Immer mehr Menschen werden immer älter. Es ist daher ein wichtiges individuelles wie auch gesellschaftliches Ziel, gesund zu bleiben, Behinderung zu verhindern und selbständig und selbst bestimmt bis ins hohe Alter zu leben.
 

Selbständigkeit
ist eine Konsequenz von Funktionsfähigkeit, die nach dem multifaktoriellen Modell der Weltgesundheitsorganisation auf Körperfunktionen, Aktivitäten, Teilhabe an der Umwelt wie auch der Umwelt selbst basiert.
 

Tanzen und Wissenschaft
Tanz hat einen positiven Einfluss nicht nur auf die Sensomotorik, sondern auch auf andere kognitive und emotionale Fähigkeiten, insbesondere- durch die gemeinsame Zielsetzung – auch auf soziale Kompetenzen und Bindungen.
 

Es wird erwartet, dass bei den Teilnehmern des Tanzprojekts
• eine verbesserte körperliche Leistungsfähigkeit,
• eine bessere posturale Kontrolle,
• eine Zunahme von Aktivitäten und Partizipation
damit eine höhere Lebensqualität für die Älteren und auch mehr Infos für die Wissenschaft herauskommen.
 

Motorisches Lernen
Zudem werden sich aus der innovativen Fragestellung des Projekts sehr wesentliche Daten auch für die wissenschaftliche Grundlagenforschung ergeben, z.B. zu Methoden der Sturzprävention oder zum motorischen Lernen im höheren Lebensalter. Diese Studie soll der Ausgangspunkt für weitere Projekte im Rahmen des “Community Dance“-Konzepts sein, d.h. der Aufbau gemeinde- oder stadtteilnaher Tanznetzwerke in Bayern, die allen offenstehen und professionell betreut werden- soweit die Aussage des bayrischen Gesundheitsministeriums, das das Projekt AGE IN MOTION mit knapp 40.000 Euro fördert
 

Age in Motion – Alter in Bewegung
 Sport verbessert auch im Alter das körperliche Wohlbefinden und schützt vor Angst, Einsamkeit und Depressivität. Dies betonte Melanie Huml, Gesundheitsstaatssekretärin, bei der Zwischenbilanz des Projektes ‘Age in Motion – Alter in Bewegung‘, einem innovativen Tanzprojekt für ältere Teilnehmer. "Ältere Menschen sollen möglichst lange ein selbstständiges, eigenverantwortliches Leben führen und an der Gesellschaft teilnehmen können -

Tanzen hilft dabei
" Positive Veränderungen im körperlichen, kognitiven und emotionalen Bereich bestätigen die Wirksamkeit des Tanzprojektes. Ältere Menschen, die tanzen, sind stabiler und bewegen sich sicherer fort als Nichttänzer im gleichen Alter. Soziale Einbindung und aktive Lebensgestaltung gehören zu den wichtigsten Schutzfaktoren vor Demenzerkrankungen und Depression. Gerade im Tanz zeigen sich positive Effekte, so Huml. Ziel sei, das Sturzrisiko zu mindern, die Reaktionszeiten und die Beweglichkeit zu verbessern.
Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de
Kontakt
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
Rosenkavalierplatz 2,
81925 München
Telefon (089) 9214 – 00
Fax (089) 9214-2266
pressestelle@stmugv.bayern.de
http://www.stmug.bayern.de/

 

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2 Responses to “Anna tanzt, Anna wird alt”

  1. Carla Says:

    Ich finde das Projekt nachwievor interessant – habe gestern in einer Lokalzeitung gelesen, dass ein ähnliches Projekt jetzt bei uns in Mönchengladbach an einem Gymnasium umgesetzt werden soll, wollte das nur mal nachtragen falls es die Betreiber interessiert.

  2. nora Says:

    Hallo Carla, Danke für Deine Information. Das Projekt in Mönchengladbach interessiert uns. Hast Du mehr Infos?

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